Am 17. Juni 2025 startete im NRW-Umweltministerium in Düsseldorf die Dialogreihe zu Zielkonflikten in innerstädtischen Quartieren mit dem Schwerpunkt „Nächtlicher Freizeitlärm“. Die Veranstaltung richtete sich an Akteurinnen und Akteure aus Kommunen, Behörden, Verbänden sowie der Kultur- und Kreativwirtschaft. Von der Stadt Essen nahmen Mitarbeitende der unteren Immissionsschutzbehörde, Raummanagerin Annabell und Nightlife-Koordinator Stefan vom TEAM KURTI teil. Die Veranstaltung war besonders interessant für Clubs, Livemusikspielstätten, Veranstalterinnen und Veranstalter von Events, Gastronomiebetriebe und wurde unter anderem von Interessensverbänden wie IG-Nacht Konsil, Liveinitiative NRW und Dehoga begleitet.
Im Fokus der Dialogveranstaltung stand die Frage, wie ein fairer Ausgleich zwischen dem Ruhebedürfnis der Anwohnerschaft und den Interessen der Kultur- und Freizeitwirtschaft gelingen kann. Die Diskussionen machten deutlich, dass Clubs, Livemusikspielstätten und kreative Veranstaltungsorte eine große wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung als Motoren urbaner Entwicklung haben. Gleichzeitig wurde auf die strukturellen Risiken hingewiesen, die durch steigende Lärmbeschwerden entstehen und die Existenz von Veranstaltungsorten gefährden können. Auffällig war, dass die Lärmkonflikte zunehmend nicht durch die Musik selbst, sondern durch das Verhalten der Besucher*innen im Umfeld der Locations entstehen. Der notwendige bauliche und technische Schallschutz reicht alleine nicht aus, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Es wurde betont, dass langfristige, sozialräumliche Lösungen erforderlich sind, die auch Awareness, Sicherheit und den Dialog zwischen allen Beteiligten einschließen. Bestehende Netzwerke und Kooperationen, aber auch Stellen wie die einer/eines Nachbeauftragten oder Nachtbürgermeister*in (hier in Essen der Nightlife-Koordinator) wurden als gute Instrumente hervorgehoben, um tragfähige Strategien zu entwickeln.
Das Thema „nächtlicher Freizeitlärm“ ist für die Ansiedlung und Entwicklung in der Innenstadt von großer Bedeutung, weshalb sich das TEAM KURTI hierzu weiterhin mit den Betreiber*innen von Livemusikspielstätten und den Interessenverbänden austauschen wird.
Foto: Lisa-Marie Tubies, Nachtbürgermeisterin der Stadt Münster und Sprecherin der IG Nacht Konsil.