Timur Örge ist Regisseur und Filmemacher. Seine Reise beginnt mit ersten Projekten im Ausland, bevor er sich in Essen seine Produktionsfirma Mumukuba Film aufbaut. Mit der abenteuerlichen SI-FI-Liebesgeschichte „Make Me Feel“ geht er den nächsten Schritt: ein Independent-Film ohne klassische Förderung, über zwei Jahre hinweg entwickelt und in vier Ländern gedreht. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die visuellen Bilder, sondern das, was sie auslösen: Gefühle. 2026 wurde Timur als „Best Young Director“ für den Film vom Snowdance Independent Filmfestival ausgezeichnet.
Auch die Vermarktung ist erfolgreich. Nach der Vorführung in einigen Kinos ist der Film ab Juni 2026 auf Amazone Prime, Apple TV und Maxdome erwerblich sein. Zudem kommt zeitgleich das Mediabook (DVD/Bluray) raus.
Parallel zu MUMUKUBA hat Timur ACTFORCE für Schauspieler*innen gegründet, die mit ihren Showreels auf Kino-Niveau Agenturen und Caster überzeugen und so sichtbar werden in der Branche.
Timurs Ansatz ist klar: nicht warten, bis etwas möglich wird, sondern anfangen – und es selbst möglich machen.
KURTI: Wie bist du zum Film gekommen – und wann war dir klar, dass das mehr als nur ein
Interesse ist?
Timur: Als ich damals für mein Lehramtsstudium nach Amerika reisen musste, habe ich durch einen Zufall an einem Filmfestival teilgenommen. Dort hat es mich sofort erwischt und ich habe mich verliebt. Die Folge war, dass ich das Studium abbrach und innerhalb weniger Monate an mehreren Kurzfilmfestivals teilnahm, bei denen wir jedes Mal Preise mitnehmen durften. Mal für beste Regie, beste Kamera, aber auch Preise für bestes Sound Design, Makeup und vieles mehr. Die Leidenschaft war irgendwann so unaufhaltsam, dass es für mich kein Zurück mehr gab. Deswegen habe ich mir damals von meiner Oma 2.000 € geliehen. Mir eine „günstige“ Kamera gekauft (heute ist es meine Webcam) und damit losgezogen und Jahrelang für alle möglichen Kunden (Werbe)Filme produziert, wodurch ich mir dann Schritt für Schritt Mumukuba Film aufbauen konnte. Heute habe ich mein 180qm Studio in Dellwig, habe eigenes Equipment, um Kinofilme zu produzieren und kann voller Stolz sagen, dass mein Traum bereits Wirklichkeit geworden ist.
KURTI: Du bist nicht nur kreativ, sondern auch Unternehmer mit ACTFORCE – wie schaffst du
den Spagat zwischen künstlerischem Anspruch und wirtschaftlicher Realität?
Timur: Als selbstständiger Künstler ist man grundsätzlich immer gezwungen beides sein zu müssen. Andernfalls bist du ein Top Unternehmer mit einem schlechten Produkt. Oder du bist ein talentiertes Genie, bekommst aber null Aufmerksamkeit und landest in der Künstler-Armut, die dich dann wiederum dazu zwingt Projekte anzunehmen, die sich immer mehr von dem entfernen, was man eigentlich mal machen wollte. Ich musste also beides können, so einfach ist das.
KURTI: Du arbeitest sowohl künstlerisch als auch organisatorisch. Was würdest du jungen
Kreativen mitgeben, die gerade versuchen, ihre eigene Produktionsstruktur aufzubauen,
ohne auf klassische Förderungen angewiesen zu sein?
Timur: Irgendwo muss man anfangen. Der Weg ist lang, hart und es wird sehr viele Rückschläge geben. Wichtig ist, aus diesen zu lernen und jedes Mal einen Schritt weiter zu gehen. Wochenende, feste Arbeitszeiten, Privatleben, das sind alles Dinge von denen man sich verabschieden muss, wenn man den Weg alleine gehen möchte und sich selbst etwas aufbauen möchte. Natürlich kann man immer mal Glück haben, aber die Wahrscheinlichkeit und Verlockung ist sehr groß, dass man dann doch schnell wieder in einem Unternehmen oder Projekt landet, in dem man nur ein Rad im Getriebe ist, statt etwas Eigenes zu erschaffen. Auch wenn der Tipp völlig ungesund ist: Nutzt die jungen Jahre, in denen ihr noch die Power habt und gebt ALLES!