Drei Fragen an Sofia Mellino

Sofía Mellino ist Medienkünstlerin sowie Co-Direktorin des Future Campus Ruhr (FCR) und Geschäftsführerin der SyncPhonia UG. Die preisgekrönte Filmemacherin zählt zu den hundert einflussreichsten Videokünstler*innen Argentiniens. Mit ihrer Leidenschaft für audiovisuelle Medien und immersive Erlebnisse hat sie sich als international vernetzte Persönlichkeit und Initiatorin innovativer Kollaborationen etabliert. Seit ihrem Umzug von Argentinien nach Essen in 2019 gestaltet sie die Transformation der Region aktiv an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technologie mit Future Campus Ruhr. Sie verfügt über umfassendes Know-how in der Produktion kreativer audiovisueller Inhalte. Ihr preisgekröntes und beeindruckendes Videokunstwerk FUTURE RUHR, der erste Fulldome-Film, der vollständig mit einer an Drohnen und Flugzeugen befestigten 360°Kamera gedreht wurde, wurde auf mehr als 7 Festivals in der ganzen Welt gezeigt, darunter in Los Angeles, Plymouth, Jena, Montreal und Melbourne.

KURTI: Warum engagierst du dich beim Future Campus Ruhr?

Sofía: Ziel der FCR ist es, den Raum unseres Stadtzentrums durch unabhängige, multidisziplinäre, generationenübergreifende und innovative Initiativen zu verändern, um eine zuversichtliche Vision der Stadt zu schaffen. FCR schafft Freiräume und einen dritten Ort, an dem sich die lokale und internationale Gemeinschaft weiterentwickeln, interagieren und etwas schaffen kann, um eine bessere Zukunft für die nachfolgenden Generationen zu gestalten. Aus diesen Gründen engagiere ich mich für das lokale und internationale Wachstum des Future Campus Ruhr. Diese unabhängigen Räume sind wichtig, damit sich die Bürger durch Kunst, Wissenschaft und Technologie frei ausdrücken können. Damit diejenigen, die keinen Zugang haben, aber ihre Stimme einbringen wollen, Zugang zu Infrastruktur, Technologie, Netzwerken und Wissen erhalten.

KURTI: Kannst du uns erklären, wie Dein Fulldome Film über das Ruhrgebiet entstanden ist?

Sofía: Future Ruhr wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, auf künstlerische und immersive Weise den Wandel des Ruhrgebiets zu zeigen. Weg von Kohle und Schwerindustrie zu dem was es heute ist und in Zukunft sein wird. Ich glaube, dass es die Bürger*innen und die freie künstlerische Szene sind, die diesen Wandel durch die Verbindung von Kunst, Wissenschaft und Technologie bewirken.

Der Film ist nicht nur um die Welt gereist, sondern hat auch zwei „Fulldome Oscars“ für Innovation und Kreativität sowie für Raumklang erhalten, und er hat es uns ermöglicht, uns als rebellische Referenz für Fulldome Innovation und immersive Medien zu etablieren. Wir verschieben die Grenzen von Fulldome und definieren neu, was möglich ist, indem wir Arbeitsabläufe, Ideen, Technologie und Wissen mit verschiedenen künstlerischen Disziplinen und Formen des Schaffens teilen und austauschen. Auf diese Weise haben wir Künstler*innen aus verschiedenen Bereichen bei der Erstellung ihrer ersten Fulldome Inhalte unterstützt.

Aktuell vereinen wir die Erkenntnisse der letzten vier Jahre in Fulldome Forschung in dem, was wir das FCR Fulldome Institute nennen werden, und konzentrieren uns auf die immersiven Möglichkeiten dieses Mediums.

KURTI: Welchen Rat hast Du für junge Künstler*innen, die ihre Karriere starten möchten?

Sofía: Mein wichtigster Ratschlag ist: Bleibt Euch selbst treu, bei allem was Ihr tut! Ergreift die Initiative, geht Risiken ein und verfolgt Eure Ziele. Wartet nicht darauf, dass die großen Institutionen kommen und Euch retten. Als Künstler müsst Ihr euch selbst bewegen. Setzt Euch mit all den Menschen in Verbindung, mit denen Ihr gemeinsam etwas schaffen möchtet, von denen Ihr lernen wollt oder mit denen Ihr Wissen austauschen möchtet. Schickt E-Mails, ruft an oder was auch immer, aber habt den Mut zu kommunizieren. Und hört nie auf, zu erschaffen und euch künstlerisch auszudrücken.

Teilen

Weitere Artikel